Legends Never Die: Hardrock mit Shakra im Z7
Ein Abend der Legenden – am 23.10. spielte die Hardrock-Band Shakra aus der Schweiz zum 25. Mal im legendären Z7 in Pratteln.
Die aktuelle Tour hat das Motto der Scheibe »Just Live Loud!«, was dem Sound der erfahrenen Recken entsprechend ein Titel wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge ist.

Besonders erwähnenswert ist, dass ich bei Shakra-Konzerten mittlerweile von meinem Sohn begleitet werde – Musik kann Generationen verbinden und überdauern. Und es ist ein Beweis, dass ich bei der Erziehung nicht alles falsch gemacht habe …
Persönlich war es das vierte Mal, dass ich die Band live gesehen habe, für mich entdeckt habe ich die Formation als Vorgruppe von Whitesnake im Jahr 2006 (!) im Volkshaus in Zürich.
Apropos Whitesnake: Als Hardcore-Fan der weißen Schlange habe ich ein passendes T-Shirt-Schmuckstück aus meinem Fundus getragen. Das führte dazu, dass sich ein mir Unbekannter mit seiner Begleitung vor mir aufbaute, auf mich zeigte und die Botschaft verkündete: »Dieser Mann hat Ahnung von Musik!«
Da wir von Legenden sprechen (oder singen), eine der Erinnerungen, die ein Leben lang positiv im Gedächtnis bleiben:

Zurück zu den Helden des Abends: Shakra. Leider hat es sich besonders im Z7 eingebürgert, die Abende auszudehnen, und auch dieses Mal gab es gleich zwei Support-Acts – Unchain und Mud Slick. Beides tolle Bands mit beeindruckendem Sound, die ich in kleinerem Rahmen als Headliner sehr genossen hätte. Aber ich reise an, um die Hauptband zu sehen, und ich bevorzuge es, höchstens einen zeitlich begrenzten Support vor dem Anfang des eigentlichen Events zu hören.
Wie bereits erwähnt habe ich zwar den ein oder anderen Künstler auf diese Weise »gefunden«, doch die vielen Stunden auf steinhartem Untergrund ohne Komfort fordern ihren Tribut. Zu diesem Thema würde mich eure Meinung interessieren. Unterhalb dieses Artikels habt ihr eine Möglichkeit, mir eine E-Mail zukommen zu lassen.
Mud Slick haben das Stück »Power to the Music« vom 1994er Mötley-Crüe-Album gespielt. Als Kenner der Materie war ich höchst erfreut.
Um 21:00 Uhr, dreieinhalb Stunden nach unserer Ankunft, war es dann so weit: Shakra entern die Bühne und liefern voll ab. Über einen Zeitraum von 20 Jahren betrachtet ist es beachtlich, wie stark sich die Band entwickelt hat. Was sie von den Support-Acts unterscheidet: Über die Jahre hat sich ein Archiv an hochwertigem Material angesammelt. Trotzdem spielt die Truppe auf jeder Tour eine beachtliche Anzahl neuer Songs. Für Fans ist das eine tolle Sache, denn so wird nicht das ewig gleich abgehangene Repertoire abgespult. Ich kann mir gut vorstellen, dass es die Sache auch für die Künstler selbst abwechslungsreicher macht.
Auf der Platte »Just Live Loud!« gibt es das Anastasia-Cover »Left Outside Alone« – ein Duett von Mark Fox mit Seraina Telli.
Ein Höhepunkt des Abends war, dass die Künstlerin zum Song auf die Bühne kam und beide Stimmen live zu hören waren. Bezüglich Stimme: Ich fand an diesem Abend besonders die Leistung vom Sänger Mark Fox überzeugend – auch er hat sich im Laufe der Zeit erheblich gesteigert. Hier gibt es das live gesungene Duett auf YouTube – danke an Paul H.!

Der Bogen zum Finale der Show hin spannte sich im letzten Teil über Band-Klassiker und nach drei Zugaben neigte sich der musikalische Teil eines rundum gelungenen Abends dem Ende zu.

Shakra ist eine dieser Gruppen, die meiner Meinung nach stark unterbewertet sind – ich würde ihnen eine ganze Tour als Support (ich weiß ...) mit einer der ganz großen Bands wünschen.
Bei den wunderbaren Buehrers gibt es die gewohnt professionellen Bilder zum Event.

Zugabe
Zu extrem später Stunde haben wir noch den legendären Biersieder besucht, um uns ein paar Guinness vom Fass zu gönnen. Ein hiesiger Interpret trug am Tresen fantastisches Liedgut vor (»trink Bier, dann steht er dir«). Ich habe ihm empfohlen, sich bei DSDS vorzustellen – ein Plattenvertrag ist ihm so gut wie sicher. Sollte es damit nicht klappen, habe ich alternativ eine Karriere als Lyriker angeregt.
Wir lernten Olli und weitere lokale Legenden kennen und haben Würste in Haribo-Dosen abgestaubt, doch das ist eine andere Geschichte …


